Der Buchsbaumzünsler schlägt zu
Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem das Volk Palmzweige als Zeichen des Sieges und des Friedens streute. Lange Zeit war daher der Buchsbaum der unangefochtene Star des Palmsonntags.
In diesem Jahr werden die Palmzweige in einigen Kirchengemeinden unserer Pfarrei anders aussehen als gewohnt. Wer durch die heimischen Gärten blickt, sieht das Dilemma. Viele Buchsbäume, die über Jahrzehnte die Basis für unsere Palmzweige bildeten, sind kahl und braun.
Schuld daran ist allein der Buchsbaumzünsler. Dieser hartnäckige Schädling hat in den letzten Jahren ganze Bestände vernichtet und macht auch vor unseren kirchlichen Bräuchen und Traditionen nicht halt. Da gesundes Buchsbaumgrün vielerorts zur Mangelware geworden ist, müssen wir umdenken. Doch wir lassen uns die Freude am Fest nicht nehmen.
Die Natur bietet uns wunderbare Alternativen, weshalb wir die Vielfalt unserer heimischen Flora nutzen wollen, z.B.:
Der Rosmarin: Er duftet herrlich und steht für Treue und Lebenskraft.
Der Wachholder und die Thuja:Als immergrünes Gewächs symbolisiert er die Unvergänglichkeit und die Hoffnung auf das ewige Leben.
Der Ilex (Stechpalme): Die stacheligen Blätter symbolisieren die Dornenkrone, die roten Beeren das Blut Christi.
Der Buchsbaumzünsler mag uns deshalb eine gewohnte Pflanze genommen haben, aber er hat uns den Blick für die Vielfalt der Schöpfung geöffnet. Wir laden alle Gemeindemitglieder ein, diese neuen (und doch uralten) Symbole in ihre Häuser zu tragen und anzunehmen.
E. Scherf