Auf dieser Seite möchten wir Gedanken, Impulse, Mut machendes einstellen. Schlechte Nachrichten hören wir mehr als genug – vielleicht kann das helfen ein inneres Gleichgewicht zu halten. Wenn Sie Ideen haben: schicken Sie eine Mail und wir sehen, wie wir das umsetzen können.

d.fischenich@hl-elisabeth.de


Blog vom 31.03.2020

ein Text von Birgit Rutenberg (mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

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Corona

Corona ist eine Chance!

Nein, die Wahrheit ist

dass Corona nur den Tod bringt

dass es uns zerstört

dass Corona alles nimmt

Ich glaube nicht

dass Corona unsere Rettung ist

dass es uns erweckt

uns entschleunigt

dass Corona durch die Distanz zeigt, wie wertvoll Nähe ist

Es ist doch so

dass Corona uns voneinander entfernt

uns in den sozialen Abgrund stürzt

uns vernichtet

dass Corona uns einsam macht

Ich weigere mich zu akzeptieren

dass Corona uns zeigt, worauf es im Leben ankommt

dass wir menschlicher werden

zusammenhalten

aneinander denken

dass wir nachdenken

Es ist doch offensichtlich

dass Corona die neue Pest ist

dass wir alle sterben werden

dass dies unser Ende ist

Es wäre gelogen, würde ich sagen

Corona bringt uns zusammen!

Und nun lies den Text von unten nach oben!


Blog vom 30.03.2020

crisis, what crisis?

"crisis, what crisis?" so hieß 1975 eine Schallplatte (!) der Gruppe Supertramp, die in dieser Zeit gerade sehr populär war. Ich erinnere mich an einen Titel der "Soap Box Opera" hieß (so nennen US Amerikaner Fernsehserien) und den viele Freunde rauf und runter hörten. Die Tage unserer Krise geben vielleicht Gelegenheit Dinge zu tun, die wir sonst nicht täten, wie zum Beispiel alte Aufnahmen von Musik hervor holen und hören - oder einen Artikel, ein Buch lesen, das sonst lange gewartet hätte. Meine Großmutter, eine kluge Frau, die den 2. Weltkrieg und die Bombennacht von Dresden überstanden hat, sagte immer "man muss aus allem das Beste machen".

So glaube ich, dass es nicht schadet, jetzt auf sein Wohlergehen zu achten - gute Gedanken, schöne Erinnerungen, liebgewordene Melodien und anregenden Lesestoff hervorzuholen. Vielleicht kennen Sie von Ihren Kindern oder Enkeln die Geschichte der Maus Frederick (Bilderbuch von Leo Lionni). Die sammelt in Frühjahr, Sommer und Herbst die schönen Erlebnisse und packt sie im Winter aus, damit alle davon leben können.

Was sind Ihre und eure schönen Erinnerungen? Haltet sie nicht für euch, sondern gebt sie weiter - aber bitte Mindestabstand bewahren!

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ein Youtube-Video von "Soap Box Opera" findet sich hier

www.youtube.com/watch

 

Ein gelungener Text, der in den sozialen Medien herumgeschickt wird ist lesenswert. Leider ist die Autorin/der Autor nicht zu ermitteln. Über eine Mitteilung darüber freut sich die online-redaktion.

ES KÖNNTE SEIN.....

Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, ... es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen,
... es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander!!! Das berührt mich zutiefst!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,... es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet,...es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,... es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert, ... es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,
- der die Erde aufatmen lässt,
- die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
- unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
- die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
- der Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
- und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regenaration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Wir werden wachgerüttelt, weil wir nicht bereit waren es selbst zu tun. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder!!!


Fünfter Fastensonntag (28.03.2020)

Hier wieder die von der Kirche ausgesuchten Texte für den Sonntag. Es ist der 5. Fastensonntag.

Wer die Texte in der langen Fassung lesen und sie meditieren möchte, findet unter nachstehendem Link eine Anregung des Bibelwerks. 

Texte zum 5. Fastensonntag

Lesung aus dem Buch Ezechiel (37, 12b-14)

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich habe gesprochen, und ich führe es aus - Spruch des Herrn.

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Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 8, 8-11)

Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm. Wenn Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit. Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.

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Kurzfassung des Johannes Evangeliums (Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45)

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

ein Apfelbäumchen zu pflanzen

Dem Reformator und Theologen Martin Luther wird der Spruch zugeschrieben: "Und wenn morgen die Welt unterginge, würd ich heut noch ein Apfelbäumchen pflanzen".

Die Welt wird hoffentlich nicht untergehen und den Coronavirus und noch viele andere unbeschadet überstehen. Dennoch ist es vielleicht ein schönes Zeichen ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Das geht auch ohne körperliche Arbeit und wird virtuell von der Evangelischen bayerischen Landeskirche angeboten. 

http://www.apfelbaum-pflanzen.de/html5/index.html


Blog vom 27.03.2020

Geschichte aus dem 11. Jahrhundert

In Ägypten liess der Herrscher Kalif Al-Hakim für neun Jahre alle Kirchen schließen. Eines Tages ging er in den Straßen der Christen spazieren. Aus jedem Haus hörte er die Christen beten und Gott loben. Da befahl er: "Öffnet die Kirchen wieder und lasst die Christen beten, wie sie wollen. Ich wollte in jeder Strasse eine Kirche schließen, doch nun musste ich feststellen, dass ich eine neue Kirche in jedem Haus eröffnet habe"

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Hauskirchen, Gemeinschaft der Menschen, die sich um ein Herdfeuer versammeln und leben, was sie glauben - was ihre Ideale und Wertvorstellungen sind - das alles gab es schon in der Geschichte unserer Religion. Vielleicht ist es an der Zeit diesen Schatz der Vergangenheit zu heben und mit neuem Leben zu füllen.

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Youtube Clip für heute:

"Vor dem Morgenstern habe ich dich geschaffen"

www.youtube.com/watch

Wer kennt den Textautor?

 


Blog vom 26.03.2020

Gestern Abend las ich das Schreiben eines spanischen Bischofs an die Mitbrüder seines Bistums. Er ermahnt sie und sinngemäß schreibt er: einige Priester seien sehr verunsichert und reagieren, in dem sie die typischen Dinge tun, nämlich aufrufen zum Gebet, zu Gebetsrufen und gestreamten Messen... Ich glaube, dass auch wir in dieser Gefahr stehen -  wir, alle, die hauptamtlich in der Kirche arbeiten.

Er führt aus: "hören wir auf, gute Menschen mit allerlei Reflexionen, Bildern, Videos und Gebeten zu bombardieren, die mehr nach religiöser Werbung als nach dem Volk Gottes aussehen." Und weiter: "behandeln wir die Gläubigen nicht so, als wüssten sie nicht, wie man betet..."

Und weiter: "Verzichten wir auch in dieser sehr realen und wüstenhaften Fastenzeit auf Klängen und Bilder. Schauen wir in uns hinein und schweigen wir, hier spricht Gott zu uns".

Antonio Gómez Cantero ist seit 2016 Bischof der Diözese Teruel y Albarracín in Arragonien. 

Artikeldownload HIER

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Trotz Aufforderung zum Verzicht füge ich ich zwei ganz unterschiedliche Links an

Das Lied "Kraft in schweren Zeiten" des Liedermachers Martin Pepper finden sie mit diesem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=ltQqfxENMgg

Den alten Genesis Song "Land of confusion" finden Sie mit diesem Link:

https://m.youtube.com/watch?v=TlBIa8z_Mts

 


etwas für die Kinder und Heranwachsenden

Schule fällt weg! Das klingt ja vielleicht zuerst mal ganz gut. Aufgaben hat man von der Schule bekommen, das Lernen ist nicht gestrichen, alles geht bequem von zu Hause aus… aber da gibt’s in der Schule doch ein paar Dinge, die ganz gut sind: andere treffen, über ganz normale Dinge reden, Spaß haben, sich bewegen –( ich weiß, dass es sicher Kinder und Jugendliche gibt, die aus bestimmten Gründen nicht gerne in die Schule gehen)
Damit die Langeweile nicht zu groß wird, wenn alle Aufgaben gemacht sind und man auch keine Lust mehr auf irgendwelche Serien und Filme hat hier ein paar Alternativen:

Audiobücher

kostenlose Hörbücher bei Audible, die sich zwar nicht downloaden aber mit Internetverbindung anhören lassen
stories.audible.com/discovery/enterprise-discovery-21122524011

Familienzeit

Unter „Familienzeit“ gibt es viele Ideen, Bastelanleitungen und Vorlagen, Informationen für Kinder und Jugendliche, das Angebot wird ständig erweitert
https://familienzeit.bistumlimburg.de


Albas tägliche Sportstunde
Bewegung ist super. Der Basketball Bundesliga Verein Alba Berlin bietet bei Youtube eine tägliche Sportstunde an, da ist für jede und jeden was zu finden. Also Sportsachen angezogen, Tische beiseite geräumt und los geht’s!
www.youtube.com/albaberlin

Wenn ihr andere Seiten gefunden habt und gut findet, schickt eine Nachricht oder bittet eure Eltern es für euch zu tun!

 


Helden und Heldinnen des Alltags

zwischen Home und Office

Das veränderte Leben verlangt uns Einiges ab. Die Situation ist sehr unterschiedlich: manche können und sollen zu Hause arbeiten, manche müssen raus, weil ihre Gegenwart einfach gebraucht wird. Berufe, die wir sonst noch nicht mal wahrnehmen sind wichtig und es wird Dankbarkeit gezeigt. Es wäre schön, wenn wir auch nach der Pandemiekrise mehr Anerkennung und Respekt aufbringen würden für Menschen, die Regale befüllen, an einer Kasse sitzen, mit dem LKW durch die Gegend fahren, im Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung arbeiten, dafür sorgen, dass Wasser aus den Leitungen kommt und Strom aus der Steckdose… diese Aufzählung könnte noch viele Berufe anfügen.
Alle stehen vor Anforderungen und alle können zu Heldinnen und Helden des Alltags werden.
Damit Menschen, die jetzt mehr zu Hause sein müssen keinen Koller bekommen gibt es eine Reihe von Tips, die ich gerne weitergeben möchte. Wenn Ihnen selbst noch gute Ideen und Anregungen kommen, kann diese Liste gerne ergänzt werden:

für sich selbst sorgen
Bewegung im Freien
gesunder Schlaf
gesunde Ernährung
viel Trinken
sich gut informieren

Bei seriösen Quellen nachlesen, die informieren ohne Angst zu schüren.
Im Umgang mit Medien lese ich auch das Stichwort „Achtsamkeit“. Wenn man sich dauernd nur schlechte Nachrichten anhört oder ansieht, kann das sicherlich auf Gemüt und Seele gehen.
miteinander und mit Freunden sprechen, aber nicht ausschließlich über Corona
den gesunden Menschenverstand walten lassen
Stress vermeiden und abbauen
auf Schönes achten
Ordnung machen und den Tag strukturieren

Dazu habe ich in einem Artikel gelesen, dass für psychisch Kranke ganz einfache Dinge wichtig sein können: sich richtig anziehen, ordentlich essen und trinken, dazu den Tisch ordentlich decken und hinterher alles wieder entsorgen und wegspülen, etwas Bewegung machen…
Auf anderen Seiten lese ich, dass es sinnvoll ist dem Tag eine Ordnung zu geben damit er eine Routine bekommt. Das kann bedeuten eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten, Telefonate zu gleichen Zeiten einzuhalten oder Ähnliches. Routine vermittelt ein Gefühl von Sicherheit.
Alkohol meiden
Alkohol dämpft das Immunsystem, so sagen einige Experten, und das sollte in Virenzeiten gut aufgestellt sein.
Lachen ist erlaubt
Auf die Frage, ob man über Corona Witze machen darf, finde ich bei einigen Beiträgen ein klares „Ja“.
Lachen ist Psychohygiene. Der Witzbold erhebt sich für einen Moment über die bedrohliche Realität (Kareen Seidler, Deutsches Institut für Humor). Schon Viktor Frankl, berühmter Psychiater, berichtete, wie wichtig in Kriegszeiten der Humor war. Witze zu reisen über eine Sache, die nicht witzig ist, schaffe Distanz dazu. Bei Humor kommt es aber immer darauf an im Blick zu haben, wer mein Gegenüber ist und in welcher Situation er/sie sich befindet. (der lesenswerte Artikel findet sich unter www.dw.com/de/coronavirus-lachen-erlaubt/a-52878007)

 

Musikvideo

Ein schönes Video mit Musik von J.S.Bach über die Kontinente hinweg.

Musik verbindet - auch über 1,5 Meter Distanz.

youtu.be/4nV8NakYNfs


Vierter Fastensonntag

Am Wochenende wären Gottesdienste – sie finden statt aber nicht öffentlich. Trotzdem werden überall Priester in unserem Bistum Eucharistie feiern. Manche Gottesdienste werden per Live-Stream übertragen, andere als Audiodatei oder Youtube-Video.
Wenn Sie sich gerne selbst vorbereiten möchten, haben wir Ihnen die ausgewählten Texte für den vierten Fastensonntag herausgesucht.

1. Lesung aus 1 Samuel 16
In jenen Tagen sprach der Herr zu Samuel: Fülle dein Horn mit Öl, und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen.
Als sie kamen und er den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter. Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.
So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der Herr nicht erwählt. Und er fragte Isai: Sind das alle deine Söhne? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu Isai: Schick jemand hin, und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist.
Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen. David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es.
Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.

Zweite Lesung Epheser 5,8-14
Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.
Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf! Denn man muss sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden. Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.


Evangelium nach Johannes 9, 1-41

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.
Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

 


Gedanken zur ersten Lesung

Wenn in St. Jakobus Dahlheim ein neuer Kommunionkurs beginnt und die Kinder sich im Gottesdienst vorstellen, nehme ich sehr gerne diesen Text als Lesung. Oft meint man, dass David in dieser Geschichte wirklich ein kleiner Junge ist. Vermutlich ist er eher ein Heranwachsender und schon 12 Jahre alt. Trotzdem gefällt mir der Gedanke, dass da ein junger Mensch im Mittelpunkt steht. Nicht weil Erwachsene oder Ältere unwichtig wären, sondern weil es hier darum geht, mit welchem Blick Gott auf die Menschen schaut. Gott schaut nicht auf das, was vor Augen ist, sondern sieht auf das Herz. Dabei ist es (vermutlich) nicht wichtig, ob es das Herz eines Kindes oder eines erwachsenen Menschen ist. Es geht um die guten Dinge, die in uns angelegt sind: Freundlichkeit, Mitfühlen, Engagement, Offenheit – Werte die in uns liegen. Die Gestalt kann nach außen hin so oder so sein – schön und attraktiv oder gewöhnlich und häßlich (wer bestimmt denn was das ist?) – das Innere zählt.
In dieser Geschichte gewinnt das Innere offensichtlich über die Werte, die die anderen Brüder vorzuweisen haben und David wird zum König über Israel gesalbt. Theologisch ist das sicher eine sehr gewollte Einführung von David um zu zeigen „das ist der von Gott ausgesuchte König“. Wer sich die weiteren Geschichten von David anschaut wird merken, dass das Innere des jungen Mannes gar nicht so stabil ist und er einfach nur ein Mensch mit Ecken und Kanten ist. In der Erzählung mit dem Riesen Goliat wird später ein Bruder zu David den rätselhaften Satz sagen „ich kenne dich doch und deine Bosheit“

Vermutlich kennt Gott auch diese Seiten in uns gut, die schlechten Eigenschaften, Eigennutz, Schwächen und Defizite. Aber ich ganz persönlich glaube, dass der Blick von Gott auf unser Herz immer abzielt auf das Potential, auf das Gute, das in uns schlummert und aufgeweckt werden will. Vielleicht lässt sich so auch der letzte Satz des Evangeliums lesen und verstehen, wo es heißt „wach auf vom Schlafe“
Dietmar Fischenich

 

Weiterführende Links und Anregungen

Live-Stream aus Limburg unter
bistumlimburg.de/beitrag/online-mitfeiern/


Gedanken, Gedichte und Impulse zu den Texten des Sonntages finden Sie auch auf der Homepage des Predigtforums

https://predigtforum.com/#Kontext1074

 

ein Lied der Gruppe Silbermond passt vielleicht zur zweiten Lesung

es heißt "Krieger des Lichts"

www.youtube.com/watch